Voriges Jahr am 24C3 hatte ich eine Schaltung erstanden, mit dem Ziel eine 16×16 LED-Matrix zu bauen.
Diesen Sommer ist das Projekt zu einem architektonischen Designprojekt mutiert, und die Idee entstanden die Matrix 1,80×1,80m gross und transportabel zu machen.
entstanden ist eine zusammensteckbare, und durch Luft-absaugen stabilisierbare Konstruktion die wetterfest ist, und in einen Schisack passt.
Spätestens zum heurigen 25C3 sollte die
fertig sein, um sie vorm Kongresscenter aufstellen zu können. .
WAS BISHER GESCHAH:
Prototypen im Sommer:
Hier sieht man gut wie die Konstruktion funktioniert:
- ein gestecktes Raster-Gitter steckt in einer Folienhülle
- durch Absaugen von Luft in der Hülle wird der Raster ausgesteift und stabil.
- In jede dieser entstehenden Mulden muss dann nur mehr eine LED platziert werden und eine Folie der Hülle durch eine halbtransparente Projektionsfolie ersetzt werden
soweit der Plan.
LED-Tests
Die Ansteuer-Schaltung war bald gelötet, ich hab mir dann übers netz 30 versch. LED’s bestellt
und sie in einem Test-Pixel auf Ihre Leuchtwirkung getestet.


nun standen die Pixel-Dimensionen fest und ich konnte 300 LED’s bestellen.
der Raster
der Raster soll viele auf & abbauzyklen überstehen, kann daher nicht wie im Prototyp aus Karton sein,
Holz scheidet auch aus, weil es entweder zu schwer ist, oder wenns dünn und leicht wäre
zu leicht bricht.
Ich hab dann PP-Stegplatten aus einem Kunststoff-Lager in St. Margarethen am Moos besorgt.
2 Nächte getüftelt, wie man daraus am effizientesten die 32 Raster-schienen baut.
dann mit Freunden in der Holzwerkstätte der Uni für Bildende Kunst binnen 2,5h auf einer wunderbaren Profi-Kreissägenanlage den Raster gesägt und die Schlitze gefräst:
die Hülle
die Hülle ist erst gestern fertiggestellt worden. 256 Laschen waren mit einer HF-Folienschweissmaschine
in 2h auf die Folie geschweisst.
Das Schöne daran, das Werkzeug wirkt als Antenne, die HF-Strahlung aussendet und dadurch der Kunststoff zwischen Sender (=werkzeug) und Empfänger (=Arbeitsplatte) erhitzt wird sodass er verschmilzt. Das werkzeug und die Platte wird gar nicht heiss, nur der Kunststoff dazwischen. Früher war die HF-Frequenz der Maschinen nahe an der TV-Frequenz und hat beim Schweissen so manches Fussballtor in Bildschirm-Schnee verwandelt, bis dann schliesslich für HF-Schweissmaschinen eine eigene Frequenz amtlich festgelegt wurde.
Dann konnte man die Hülle fertigstellen und die transparente und
matte Folie verschweissen, Absaugventile und Durchlässe für die Stromversorgung sowie Montage-Ösen wurden dann auch noch draufgeschweisst.

so, dann der Moment, die “Hochzeit”, der Raster wird in die Hülle geschoben, und die Luft abgesaugt:
So siehts dann von vorne mit der matten Folienseite aus:
und hier ist es, das erste Pixel (noch mit der Hand von hinten drangehalten, aber immerhin siehts
schon aus wie erwartet:
MOUNTING THE LED’s
Das Montieren und verkabeln der 256 LED’s gelang in 6h im metalab unter Mithilfe von:
Andrea, Ella Corbeanu, Bre Pettis, Hannes Loipetsberger, Wolfgang Heigerth, Thomas Erdinger,Philipp Kinschel, Christian Richter, Anne Wübben (DANKE!)
bis auf eine LED (verkehrt verlötet) haben alle auf Anhieb funktioniert.
So sieht das ganze Teil dann montiert und in Betrieb aus:
die Matrix vorm 25C3 in Berlin:
im Juni 2009 hat das Teil auch einen Preis gewonnen:
Zehnter Studentenwettbewerb „Textile Strukturen für neues Bauen“ – Kategorie ‘Composites- und Hybrid-Strukturen ‘
Der erste Preis geht an Manfred Wuits aus Österreich für seinen „Mobile LED Screen“. Lobenswert an diesem Projekt ist die vollständige Demontierbarkeit und Wiederaufbarkeit mit einfachen Mitteln. Die flexible Folie wird hier mit kompakten Packmaßen der standardisierten Kunststoffstreifen kombiniert. Durch die Ausbildung der LED-Matrix als Vacuumatic wird das Gitter stabilisiert und die Scharfkantigkeit der Pixel ermöglicht.
hier ein video der ledmatrix auf dem wunderschönen Messestand des Wettbewerbs: